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Obstbaumschnitt für Bäume & Sträucher
Gesunde Obstbäume tragen reiche Früchte – dafür ist der richtige Schnitt entscheidend. Ob Apfel, Birne oder Zwetschge: Ein fachgerechter Obstbaumschnitt stärkt die Pflanze, fördert das Wachstum und verbessert die Fruchtqualität.
Wann erfolgt der Obstbaumschnitt
Obstbäume werden entweder im Winter oder im Sommer geschnitten. Für Kernobstbäume wie Apfel, Birne und Quitte ist der Winterschnitt geeignet. Bei Steinobst sollte der Schnitt im Sommer erfolgen.
Winterschnitt bei Obstbäumen
Die Ruhephase im Winter eignet sich ideal das Schneiden von Kernobst wie Apfel, Birne und Quitte. Der Schnitt erfolgt zwischen Januar und März an frostfreien Tagen. Denn in dieser Zeit sind viele Gehölze noch laublos und es lässt sich sehr gut erkennen, wo genau die Schere angesetzt werden muss.
Wetter & Frost vermeiden
- Nur an frostfreien Tagen schneiden, da extreme Kälte die Schnittstellen schädigen kann.
- Schnitt bei Temperaturen unter -5°C vermeiden, um Frostschäden zu verhindern.
Sommerschnitt bei Obstbäumen
Für Steinobstbäume wie Kirsche und Pfirsich eignet sich vorzugsweise ein Obstbaumschnitt im Sommer nach der Ernte im Juli oder August.
| Obstbaumart | Bester Schnittzeitpunkt |
|---|---|
| Apfel | Januar–März |
| Birne | Januar–März |
| Kirsche | Juli–August |
| Pfirsich | Juli–August |
| Zwetschge | Juli–August |
Wichtig: Laut dem Bundesnaturschutzgesetz dürfen Gehölze und Hecken vom 1. März bis zum 30. September nicht radikal geschnitten werden, um brütende Vögel zu schützen. Erlaubt ist jedoch ein "schonender Form- und Pflegeschnitt".
Werkzeug für den Obstbaumschnitt
Gartenscheren und Sägen sind beim Baumschnitt die richtigen Begleiter. Denn je nachdem, wie dick der zu schneidende Ast ist, wird das Werkzeug gebraucht. Ab daumendicken Ästen ist es ratsam, eine Säge zu nutzen. Wichtig ist, dass das Werkzeug immer scharf und sauber ist, damit keine Wundränder entstehen und so Krankheiten eintreten können.
Passende Gartenscheren im Überblick
- Gartenschere: Für dünnere Äste bis 2 cm Durchmesser.
- Astschere: Für Äste bis 5 cm Durchmesser.
- Baumsäge: Für dickere Äste.
- Teleskopschneider: Für hohe Äste ohne Leiter
Welche Schere für Obstbaumschnitt?
Gartenscheren
Sie ist klein, präzise und kraftvoll und ist eins der wichtigsten Gartenwerkzeuge für die Gartenarbeit im ganzen Jahr. Die perfekte Gartenschere sollte gut in der Hand liegen und präzise Schnitte ausführen. Besitzt man eine Vielfalt an Stauden, Sträuchern und Bäumen, sind beide Typen von Gartenscheren wichtig.
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Astscheren
Das Einsatzgebiet von Astscheren ist, wenn es richtig in Gehölz geht, denn für dünne Zweige sind sie eher ungeeignet. Die Astscheren greifen kraftvoll in die Äste von Sträuchern und Bäumen. Sie haben grundsätzlich langstielige Griffe, die für mehr Hebelwirkung und Reichweite beim Schneiden sorgen.
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Gartensägen
Gartensägen gehören mit zu der Grundausstattung jedes Gartenbesitzers. Mehr als die Hälfte der Schneidearbeit im Garten wird mittlerweile mit einer Astsäge erledigt. Denn oft werden alte und stärkere Äste herausgesägt und dann folgt die anschließende Feinarbeit mit der Ast - oder Gartenschere. Astsägen zum Zusammenklappen sind für den Gehölzschnitt am beliebtesten.
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Obstbäume richtig schneiden
Die 4 Schnittmethoden - der richtige Schnitt für Obstbäume
Je nach Lebensalter und Entwicklung der Bäume unterscheidet man vier verschiedene Schnittmethoden. Bei schwach wachsenden Obstgehölzen dauert die Erziehungsphase etwa drei Jahre, bei Hochstämmen bis zu sieben Jahren. Danach erfolgt der Erhaltungsschnitt. Sobald die Früchte und der Ertrag der Bäume nachlassen, bekommen sie einen Verjüngungsschnitt.
Pflanzschnitt
Der Schnitt nach dem Pflanzen erfolgt im Frühjahr. Die Leittriebe werden eingekürzt, um später die Form einer Krone besser bestimmen zu können. Kräftige Triebe um ein Drittel kürzen, die Schwachen bis zu Hälfte. Alle nicht benötigten Triebe unterhalb der Krone entfernen.
Erziehungsschnitt (für junge Bäume)
Junge Obstbäume brauchen eine klare Grundstruktur. In den ersten Jahren werden Leittriebe und Seitentriebe gezielt erzogen, um eine stabile Krone zu formen. So wächst der Baum gesund und trägt später besser.
Wichtig: Der erste Schnitt nach der Pflanzung, sollte einmal im Jahr in der Winterruhe im November bis April durchgeführt werden.
Erhaltungsschnitt (für alte Bäume)
Dieser Schnitt hält den Baum vital: Alte, kranke, nach innen wachsende oder sich kreuzende Äste werden entfernt. Ziel ist eine luftige, gleichmäßige Krone mit gut belichteten Fruchttrieben.
Verjüngungsschnitt oder Rückschnitt
Ein ungeschnittener Obstbaum wird von Jahr zu Jahr dichter. Um den Obstbaum wieder in Form zu bringen und wieder Licht und Luft ins Bauminnere zu bekommen, muss kräftig ausgelichtet werden. Trockene, kranke und stark konkurrierende Äste mit einer Bügelsäge absägen und Seitenäste und überaltertes Fruchtholz mit einer Baumschere oder einer Teleskopschere herausschneiden.
Tipp: Immer schräg über einer nach außen gerichteten Knospe schneiden – das verhindert nach innen wachsendes Holz.
Grundregeln für den Obstbaumschnitt
-
Entfernen
- Stammausschläge: Triebe, die aus dem Stamm herauswachsen
- Konkurrenztriebe: An der Spitze von Leitästen gibt es oft zwei starke Triebe. Einen Wegschneiden, damit sich die Krone in die Breite entwickeln kann.
- Langtriebe: sind länger als 10 cm und haben keinen Platz, sich zu entwickeln.
-
In Form schneiden & kürzen
- Leitäste: Äste, die zu steil oder zu flach stehen, mit einem Bindematerial in eine 45° Position binden.
- Letztjährigen Zuwachs um ca. ein viertel kürzen, sodass gleichrangige Äste auf dem gleichen Niveau stehen, die obersten Knospen schauen dabei nach außen.
- Seitenäste zurückschneiden, die schräg vom Leitast nach außen wachsen.
- Mitteltrieb einkürzen: die Krone erhält dadurch die Form einer Pyramide.
Gießen nicht vergessen:Nach der Frostperiode im Winter brauchen Obstbäume dringend Wasser, da sie das gefrorene Bodenwasser nicht aufnehmen können.